Probandenakquise

Beschreibung

Diese Methode unterstützt bei der Auswahl geeigneter Probanden und der eigentlichen Akquise. Sie ist Grundlage für alle partizipativen Methoden, also für alle Methoden bei denen Nutzer aktiv miteinbezogen werden.

Voraussetzungen

Die Zielgruppe ist bekannt und zugänglich. Mögliche unterschiedliche Nutzergruppen innerhalb der Zielgruppe wurden identifiziert. Die Anzahl der benötigten Probanden steht fest. Zudem ist die Mischung innerhalb der Nutzergruppen definiert, also z.B. ob eine eher heterogene oder homogene Gruppe von Probanden gesucht wird.

Nutzen

Die Methode bietet ein strukturiertes Vorgehen zur Akquise von Probanden. Die Probanden können so auch von Außenstehenden akquiriert werden. Strukturelle Fehlerquellen bei der Auswahl werden minimiert.

Herausforderungen

Das Ergebnis hängt stark von der Qualität der Vorarbeiten ab, z.B. der Zielgruppenbeschreibung. Probanden mit speziellen Kenntnissen oder Eigenschaften sind oft schwer zu finden.

Exemplarischer Ablauf

  1. Anforderungen festlegen
    Zu Beginn werden die Kriterien festgelegt, die die Probanden erfüllen sollen. Werden Probanden aus verschiedenen Nutzergruppen gesucht, werden Kriterien pro Nutzergruppe definiert. Die Kriterien umfassen meistens bestimmte Charaktereigenschaften, Vorerfahrungen, demografische Eigenschaften und Kenntnisse. Um diese Kriterien schnell überprüfen zu können, wird eine Checkliste angelegt.

    Außerdem wird die Anzahl der Probanden pro Ausprägung definiert.
    Eine einfache Anforderungsliste könnte also z.B. so aussehen:
    • 4 Probanden: Alter 30 bis 60; Nutzer des Systems; Weberfahrung
    • 4 Probanden: Alter 30 bis 60; bisher kein Nutzer des Systems, Weberfahrung
  2. Sammeln von Kontakten
    Es werden möglichst viele Kontaktdaten von potenziellen Probanden gesammelt. Falls eine Probandendatenbank zur Verfügung steht, wird diese auf Basis der Kriterien durchsucht.
    Für „neue“ Kontakte bieten sich z.B. Rundschreiben/-emails an. Auch Aushänge an Orten, an denen sich die Zielgruppe aufhält sind vielversprechend. Das Interesse der Probanden wird dabei durch eine kurze Beschreibung des Projektziels geweckt.

    In Einzelfällen kann das Sammeln von Kontakten entfallen, z.B. weil die Probanden aus dem Kreis der Benutzer in einer Abteilung ausgewählt werden
  3. Auswahl
    Die potenziellen Probanden werden kontaktiert. Es empfiehlt sich zunächst nach „seltenen“ Probanden mit den speziellsten Eigenschaften zu suchen.
    Bei jeder Kontaktaufnahme werden die Kriterien anhand der Checkliste überprüft.
    Erfüllt ein Kandidat die geforderten Kriterien wird er ausgewählt und das weitere Vorgehen mit ihm besprochen.

    Kommt ein Kandidat nicht in Frage, sollte er oder sie bei generellem Interesse in die Probandendatenbank aufgenommen werden. In diesem Fall sollten zusätzlich alle allgemeinen Eigenschaften erfragt werden, auch wenn diese für die momentane Probandenakquise nicht relevant sind.