Heuristische Evaluation

Beschreibung

Bei einer heuristischen Evaluation erfassen Experten potenzielle Usability-Probleme. Als Grundlage dienen dabei Heuristiken. Häufig bewerten mehrere Usability-Experten unabhängig voneinander, die Ergebnisse werden im Anschluss zusammengefasst.

Als Grundlage kann z.B. die Iso Norm 9241 herangezogen werden. Je nach Kontext und Anwendungsgebiet bieten sich auch andere Usability-Prinzipien z.B. von Donald Norman, Ben Shneidermann oder Jakob Nielsen an.

Voraussetzungen

Erste Ideen oder Teile des Systems sind beschrieben und können von Usability-Experten eingesehen werden. Geeignete Heuristiken stehen zur Verfügung.

Nutzen

Da es sich um eine reine Experten-Methode handelt, kann sie bereits in sehr frühen Stadien der Entwicklung eingesetzt werden. Mit der Heuristischen Evaluation können bereits erste Usability-Probleme erkannt, bewertet und im Anschluss behoben werden. Durch die Heuristiken als Grundlage sind die Ergebnisse zudem bereits vorkategorisiert und miteinander vergleichbar.

Herausforderungen

Die Auswahl geeigneter Prinzipien ist ausschlaggebend für das Ergebnis und sollte mit entsprechender Sorgfalt erfolgen. Insbesondere für innovative Konzepte und Ideen stehen evtl. keine passgenauen Heuristiken zur Verfügung.

Exemplarischer Ablauf

  1. Vorbereitung
    Das Projektteam entscheidet sich für geeignete Prinzipien, anhand derer das System evaluiert werden soll.
    Die Experten machen sich mit dem System, dem Produkt oder dem Konzept vertraut. Zudem befassen sie sich mit der Zielgruppe und der definierten Heuristik.
  2. Durchführung
    Die Experten bewerten das System. Als Grundlage dienen dabei die festgelegten Usability-Prinzipien (Heuristik). Je nach Kontext und Ziel der Methode ordnen die Experten bereits jedem Problem einen Schweregrad zu.
  3. Auswertung
    Die Ergebnisse der einzelnen Bewertungen werden zusammengetragen. Alle Usability-Probleme werden nach Häufigkeit und Schwere sortiert und eine entsprechende Priorisierung vorgenommen.