Cognitive Walkthrough

Beschreibung

Bei einem Coginitive Walktrough durchläuft ein Experte das System und identifiziert mögliche Usability-Probleme. Es stehen dabei die Prozesse und Abläufe im Vordergrund.
Grundlage bilden typische Aufgaben der zukünftigen Nutzer. Der Experte bearbeitet diese Aufgaben und versetzt sich dabei in den Benutzer.

Voraussetzungen

Die Zielgruppe und der Nutzungskontext, insbesondere typische Aufgaben, müssen bekannt sein. Im Idealfall steht den Experten zudem das System oder ein Prototyp davon zur Verfügung.

Nutzen

Mit dieser Methode können Abläufe von Usability-Experten bewertet werden. Es können dadurch Probleme erkannt werden, die nur im Zusammenhang deutlich werden. Beispielsweise ob der Zusammenhang einer Interaktion und einer Aktion des Systems klar wird, ob der derzeitige Status des Systems klar wird und ob zusätzliche Bedienhilfen für bestimmte Aufgaben notwendig sind.

Herausforderungen

Es handelt sich um eine Experten-Methode, aber in der Regel sind Usability-Experten nicht die Zielgruppe des Systems. Das Ergebnis hängt stark von der Vorerfahrung des Experten und der Vollständigkeit und Korrektheit der beschriebenen Aufgaben ab.

Exemplarischer Ablauf

  1. Vorbereitung
    Typische Aufgaben werden so aufbereitet, dass sie für den Usability-Experten klar und verständlich sind. Zudem wird der ideale Weg zur Bearbeitung mit dem System analysiert und beschrieben. Ähneln sich die Aufgaben, ist zu überlegen, ob nur bestimmte Teile der Aufgabe für den Walkthrough vorbereitet werden. Das System oder der Prototyp wird so vorbereitet, dass die Aufgaben exemplarisch durchgeführt werden können.
  2. Durchführung
    Der Usability-Experte bearbeitet die festgelegten Aufgaben. Er protokolliert dabei den Ablauf im System, also wie er vorgegangen ist und alle Stellen, die Probleme bereiten können.
    Bei der Bearbeitung stellt er sich immer wieder folgende Fragen:
    • Wird der Nutzer versuchen, den richtigen Effekt zu erzielen?
    • Wird der Nutzer erkennen, dass die korrekte Aktion zur Verfügung steht?
    • Wird der Nutzer eine Verbindung zwischen der korrekten Aktion und dem gewünschten Effekt herstellen?
    • Wird der Nutzer den Fortschritt erkennen, wenn die korrekte Aktion ausgeführt wurde.
  3. Auswertung
    Alle potenzielle Probleme werden gesammelt und Schweregraden zugeordnet. Zudem werden die Abläufe für die einzelnen Aufgaben in Bezug auf die gefundenen Probleme hinterfragt.