Maßnahme: Informationsarchitektur definieren

Anwendung

Die Informationsarchitektur ist die Grundlage für den Aufbau eines Systems. Zudem legt sie die Basis für die Navigationsstruktur. Eine intuitive Informationsarchitektur ist damit der Grundstein für eine gute Usability.

Diese Maßnahme eignet sich deshalb sowohl für Neu- und Weiterentwicklungen, als auch für Optimierungen bestehender Systeme. Auch einzelne Fragestellung zur Informationsarchitektur lassen sich mit Hilfe dieser Maßnahme bearbeiten, z.B. in Bezug auf redundante Inhaltsangebote.

Beschreibung

Die Art und der Umfang der Inhalte (Texte, Funktionen, Daten etc.) werden erfasst. Darauf aufbauend werden Kategorien gebildet, in die die einzelnen Inhalte einsortiert werden können.

Im Idealfall können Probanden aus der Zielgruppe in diesen Prozess einbezogen werden. Andernfalls kann die strukturierte Definition auch durch das Projektteam erfolgen.

Ergebnis

Das Ergebnis ist die fertige Informationsarchitektur oder zumindest Anhaltspunkte zur Erstellung der abschließenden Lösung. Entscheidungen bzgl. des Angebots und der Einsortierung von redundanten Inhalten werden ebenfalls erleichtert.

Außerdem wird bei einer Einbindung der Zielgruppen ersichtlich, ob starke Unterschiede zwischen den mentalen Modellen der verschiedenen Nutzergruppen bestehen. Meist können zusätzlich Erkenntnisse über Begrifflichkeiten und Benennungen gesammelt werden.

Vorgehen

Je nach Kontext, Ressourcen und der aktuellen Situation stehen verschiedene Möglichkeiten für das Vorgehen zur Verfügung:

  1. Die Zielgruppe kategorisiert
    vorgehen_zielgruppe_kategorisiert Auswahlhilfe
    Dieses Vorgehen ist zu favorisieren, wenn die Architektur frei definiert werden kann. Durch die Einbeziehung der Zielgruppe werden die bestmöglichen Ergebnisse erreicht. Aufgrund der offenen Herangehensweise ergeben sich teilweise sehr unterschiedliche Strukturen und die Interpretation der Ergebnisse ist nicht trivial.

    Voraussetzungen
    • Die Inhalte (Informationen, Funktionen etc.) sind bekannt und können benannt werden.
    Methoden
    • Methode: Probandenakquise
      3 bis 4 Probandengruppen. Innerhalb der Gruppen möglichst homogene Eigenschaften und Aufgaben.
    • Methode: Card Sorting
      Offene Variante in Gruppen durchgeführt. So entstehen weniger Varianten als Ergebnis, die verschiedenen Blickwinkel können aber erfasst werden.
  2. Die Zielgruppe sortiert
    vorgehen_zielgruppe_sortiert Auswahlhilfe
    Dieses Vorgehen ist zu favorisieren, wenn bereits Kategorien (Menüpunkte, Überschriften etc.) festgelegt sind. Durch die Einbeziehung der Zielgruppe werden die bestmöglichen Ergebnisse erreicht.

    Voraussetzungen
    • Die Inhalte (Informationen, Funktionen etc.) und Kategorien sind bekannt und können benannt werden.
    Methoden
    • Methode: Probandenakquise
      3 bis 4 Probandengruppen. Innerhalb der Gruppen möglichst homogene Eigenschaften und Aufgaben.
    • Methode: Card Sorting
      Geschlossene Variante in Gruppen durchgeführt. So entstehen weniger Varianten als Ergebnis, die verschiedenen Blickwinkel können aber erfasst werden.
    • Alternativ Methode: Card Sorting
      Geschlossene Variante in Einzelsitzungen durchgeführt. So können mehr Varianten und individuelle Herangehensweisen erfasst werden.
  3. Projektteam definiert
    vorgehen_projektteam_definiert Auswahlhilfe
    Dieses Vorgehen kommt zum Einsatz, wenn die Zielgruppe nicht einbezogen werden kann. Gute Ergebnisse erreicht man vor allem für gut etablierte und bekannte Systemarten, also z.B. für Webseiten.

    Voraussetzungen
    • Die Inhalte (Informationen, Funktionen etc.) und Kategorien sind bekannt und können benannt werden.
    Methoden
    • Optional Methode: Analyse
      Gegenstand: Bestehende Systeme/Systemarten
    • Optional Methode: Use Cases
    • Methode: Card Sorting Mitglieder des Projektteams fungieren als Probanden. Die geschlossene Variante ist zu wählen, wenn bereits Kategorien definiert sind. Die Durchführung ist als Gruppen- oder Einzelsitzung möglich. Die Auswertung erfolgt durch andere Projektmitglieder.